Die moderne Nation, eine Grenze für grenzenlose Medien

Die Nation als Form muss mit einer inhaltlichen Vielfalt rechnen, die von nationaler Fußballbegeisterung bis zur Abwehr von Fremden, Immigranten und Mitbewerbern um Arbeitsplätze reicht. (Foto: Ganossi auf Pixabay)

Die „Form der Nation“ muss nicht zwangsläufig zu nationalistischen Exzessen führen. Gegenüber ökonomischer und kultureller Globalisierung und ethno-religiöser fundamentalistischer Reaktion, die Benjamin R. Barber in die Formeln von Dschihad und McWorld, respektive «Coca-Cola und Heiliger Krieg» gefaßt hat, macht sich der zivile heterogene Nationalstaat doch ganz gut. Trotzdem stellt sich die Frage, ob es trans-und subnationale Perspektiven gibt, die gute Ergänzungen, vielleicht sogar bessere Alternativen sein können.

Teil 2 Die Form Nation

Wir wollen den Begriff der Nation in einen evolutionären Zusammenhang stellen. Die soziologische Systemtheorie hat ihn als „segmentäre Form“ bestimmt, als ein gleichrangiges und gleichartiges Nebeneinander. Damit ist zunächst die Unterscheidung gemeint, zwischen „Hiesigen“ und „Nicht-Hiesigen“[1] oder zwischen Gemeinden, Dörfern, Verwandtschaftsgruppen und zwischen Nationen.

Dass Nation in Nationalismus umschlägt, mit dieser Gefahr ist immer zu rechnen, wie es zum Beispiel (siehe Teil 1) zu Zeiten der Französischen Revolution am Ende des achtzehnten Jahrhunderts der Fall war. Auch damals gab es nicht den einen Begriff der Nation. Dieser Hochzeit der Revolution lag ein kosmopolitischer Patriotismus zugrunde, der die Einheit der Welt und die Einheit der Nation ins Visier nahm.

Frühe Furcht vor kultureller Überfremdung

Aber es blieb nicht bei diesem einen patriotisch-politischen Begriff der Nation, der vordringlich auf Partizipation am politischen System zielte. Mit der Zeit konkurrierten mit dem aufgeklärten Patriotismus weitere Begriffe. In Frankreich sah man durch die Koalition der preußischen und österreichischen Dynastien die Erfolge der Revolution in Gefahr. Unter dem Eindruck der Koalitionskriege wurde die Bestimmung der revolutionären „Nation“ einschneidend verändert. Der politisch-revolutionäre Patriotismus wurde in einen exklusiven Nationalismus überführt. Ausschlaggebend dafür war die Bedrohungssituation, die durch die Emigration vieler Angehöriger der oberen Schichten während der Revolution aus Frankreich entstanden war. Die Emigranten hatten mit den feindlichen Dynastien zusammengearbeitet.[2]

Martin Opitz, Porträt von B. Strobel, wikimedia commons

Eines der frühesten Zeugnisse der Nation waren die Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Böhmen in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Die Böhmen hatten die Deutschen als Personen betrachtet, die vom Herrscher der eigenen Bevölkerung gegenüber bevorzugt wurden. Hier drückten sich Statusfragen im Zusammenhang mit nationalen Semantiken aus. Die deutsche Ostkolonisation rückt die neu besiedelten Städte und das deutschstämmige Stadtbürgertum gegenüber dem ansässigen Adel in eine privilegierte Position.
Auch in Deutschland wurden die französisch sprechenden oberen Schichten als überfremdet oder extern beeinflusst identifiziert. Die Entwicklung der Form „Nation“ erhielt durch die Agitation gegen als fremd beobachtete Herrschaft einen Evolutionsschub. Deutsche „Sprachpatrioten“ wie Martin Opitz, Andreas Gryphius, Johann Michael Moscherosch oder Grimmelshausen wurden von der Furcht kultureller Überfremdung angetrieben, die sie in der Übernahme französischer stil- und Sprachelemente an den deutschen Höfen beobachteten.[3]

Umstrittene Funktion

Wir müssen Nation als eine moderne Variation segmentärer Form erklären. Aber sie kann durch eine andere ersetzt werden, die die maximale Diversität der Nation noch überbietet. Welche segmentären Ordnungen außer spezifischen communities amerikanischer Prägung und Regionen mit historischen Ansprüchen auf Staatlichkeit und moderne Städte mit ”hanseatischen” oder ”florentinischen” Selbstdeutungen kommen dafür in Frage?

Die Funktion einer Nation ist heute umstritten. Auf den Globalisierungsschub der letzten drei Jahrzehnte sind zwei konträre Antworten gegeben worden. Die eine besagt, dass dieser Schub nur die historischen Eierschalen zerstört und eine Weltgesellschaft konstituiert hat. Die andere verweist auf die Erfahrungs-, Sicherheits- und Orientierungsreserven der Nationen. Aber in den letzten Jahren hat eine dritte Möglichkeit in der öffentlichen und wissenschaftlichen Diskussion an Einfluss gewonnen: das Bringing the State Back in wird neuerdings wieder als angemessene geopolitische Antwort auf die Globalisierung betrachtet.

Dieser Staat muss nicht nur Innovationen fördern und geopolitische Interessen wie das des öffentlichen Gutes Gesundheit sichern, sondern auch seine Form wandeln.[4] Die Nation wird durch ein breiteres Spektrum segmentärer Formen ersetzt und flexibles Gleiten zwischen territorialen Niveaus wird zum Bürgerstatus gehören. Der Staat hat den klassischen Wohlfahrtsstaat transformiert und vermittelt die inneren regionalen und lokalen Beziehungen mit den äußeren Beziehungen, die seinen Ort innerhalb der Europäischen Union bestimmen. Er spricht die aktiven Bürger:innen vor allem auf der lokalen Eben an.

Moderne Nationen bilden – Gemeinden, Dörfern oder Verwandtschaftsgruppen nicht unähnlich – eine Art Verwandtschaftsmilieu. Sie verarbeiten die schöpferische Zerstörung der Modernisierung und bilden inkludierende demokratische Institutionen. Sie bieten Balance und Kompensation gegenüber den Ungleichzeitigkeiten und Ungleichgewichten der rauhen Differenzierung der Weltgesellschaft in ökonomische, administrative und kulturelle Sektoren. Sie stellen Grenzen für grenzenlose Medien wie Geld und Wissen zur Verfügung. Mit diesen Leistungen könnten Nationen noch bedeutsamer werden.

Nation hat die Leistungen von Religion historisch überboten

Ein altes Vorbild für Lebens- und Erneuerungsfähigkeit ist die Religion. Aber sie hat in der Neuzeit ihre Integrationskraft eingebüßt. „Mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges übernahmen die politisch-strategischen Zwecke die Oberhand über die religiösen.” „Während man sich in England in den 1640er Jahren noch als Teil der großen internationalen Bewegung des Protestantismus verstand und sogar mit den niederländischen Generalstaaten über eine Fusion verhandelte, konnte die wirtschaftliche Konkurrenz beider Länder wenig später, der protestantischen Brüderschaft zum Trotz, nicht mehr übersehen werden. (…) Seekriege zwischen England und den Niederlanden in den 1650er Jahren waren die Konsequenz.“[5]

Die Religion hat ihre sozialen Integrations- und Deutungskräfte eingebüßt und sich nach und nach in das private Leben zurückgezogen. Religion hat abstrakteren, aber passenderen Gemeinschaftsangeboten wie der Nation Platz gemacht. Mit der Nation hatte sich das verwandtschaftliche Prinzip segmentärer Ordnung weitgehend gelockert, war die nationale Selbstbeschreibung mit einer Welt von Nationen verkoppelt und aufklärerisch zu Weltrepublik und Freihandel, Weltkultur und Weltfrieden erhöht worden.

Übertreibung und Vernachlässigung

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Im Falle des Scheiterns freilich tritt die Nation, wie in Jugoslawien zu sehen war, gegenüber Ethnizität, Kultur oder den Konfessionen wieder zurück. „Solange die Identifikation mit dem jugoslawischen Staat und der ihm korrespondieren national-jugoslawischen Variante des Sozialismus gelang, gab es eine „abstraktere“ Ebene als die „partikularistischen“ religiösen Identifikationen mit dem Islam, der Orthodoxie oder dem Katholizismus. Der Zusammenbruch dieser Integrationsebene setzt die nächst niedere wieder in soziale Kraft (…) Das Dilemma Jugoslawiens könnte in diesem Licht als Beispiel dafür gelesen werden, dass eine formal erreichte abstraktere partizipative Identität, eben die der sozialistischen Staatsnation, zerbricht und nur noch die Zugehörigkeit zu einer der Religionen übrig lässt, an der sich nun die Selbstidentifikationen der beteiligten Personen festzumachen suchen.“[6]

Die Nation erweist sich als eine riskante, historisch voraussetzungsvolle, späte segmentäre Form. Wir haben gesehen: ihre übertriebene Nutzung führt zum Nationalismus, aber ihre Vernachlässigung zu Indifferenz und zieht eine Renaissance früherer Deutungsangebote wie den religiösen nach sich.

„Auch der Bösewicht ist noch ein Mensch“

Die politische Steuerung und Orientierung hochdifferenzierter Gesellschaften, in denen das Wissen der einzelnen Systeme von keiner Zentrale mehr abgerufen werden kann, bedarf des Gegenprinzips der segmentären Form, um relative Grenzen zu finden. Reinhard Kosselleck hat das prinzipiell diskutiert und historisch eräutert.

„Die dualen Teilungskriterien zwischen Griechen und Barbaren, zwischen Christen und Heiden bezogen sich – stillschweigend oder offen – immer schon auf die Gesamtheit aller Menschen. Insofern war die Menschheit, das genus humanum, eine Voraussetzung für alle Dualismen, die die Menschheit physisch, räumlich, geistig, theologisch oder temporal gegliedert hatten. (…) Die semantische Funktion der Teilungsbegriffe ändert sich, sobald ein Totalbegriff – denn um einen solchen handelt es sich bei der ‚Menschheit’ – in die politische Sprache eingebracht wird und seinem totalen Anspruch zum Trotz polare Zuordnungen aus sich hervortreibt.
Dort, wo das genus humanum am ehesten als eine politische Größe angesprochen wurde, im Umkreis der Stoa, taucht auch schon das Adjektiv inhumanum auf, um die Grenze zu bestimmen, bis wohin ein Mensch Glied der universalen Menschengesellschaft sei und ab wann nicht mehr.“

Folglich ist ein Tyrann nicht nur ein Feind des Gemeinwesens, sondern des Menschengeschlechts. Sie fallen aus der universalen Bezugsgruppe, der sie als Menschen angehören, heraus – ohne aufhören zu können, „Menschen“ zu sein. Dagegen wandte Lessing ein: „Auch der Bösewicht ist noch ein Mensch“. Koselleck weiter:

„Als Realbestimmung aller gegenwärtig lebenden Menschen (…) ist der Begriff der Menschheit zunächst neutral und politisch blind. Quantitativ gesehen, besagt ‚Menschheit’ nichts anderes als ‚alle Menschen’, worin per definitionem kein inneres Unterscheidungskriterium enthalten ist.“
„Sowie freilich die ‚Menschheit’ als politische Bezugsgröße sprachlich eingebracht wird, bedarf es einer zusätzlichen Qualifikation, z.B. des Menschen als Bürger, die aus der Wortverwendung des ‚Menschen’ selbst noch nicht ableitbar ist. (…) Wer sich auf die Menschheit beruft, der steht sprachlich unter einem Besetzungszwang.“[7]

Landschaften ohne Land, Städte ohne Urbanität

Weder ein „Europa der Nationen“ noch eine „europäische Nation“ wird sich durchsetzen können. Vielmehr tritt eine europäische Identität neben lokale, regionale und nationale Identitäten. Zum anderen muss die Nation als Form mit einer Vielfalt von Inhalten rechnen, die von nationaler Fußballbegeisterung bis zur Abwehr von Fremden, Immigranten und Mitbewerbern um Arbeitsplätze reicht. Die Kapital- und Waren-, Migrations- und Medien-, Technologie- und Wissensströme drücken den traditionalen Räumen jetzt ihren Stempel auf. Kommunikation entfernt sich immer mehr von ihrer geographischen Herkunft. Es entstehen Landschaften ohne Land, Städte ohne Urbanität.

Die Nation gewinnt dadurch zwar wiederum einen bedeutsamen Status als Kommunikationsknoten und Deutungsverteiler zwischen den verschiedenen territorialen und symbolischen Niveaus globaler Vergesellschaftung. Dabei entgleitet dem nationalen Staat jedoch die Dynamik von Ent- und Reterritorialisierung, aber Staatlichkeit kann sich erneuern.

Der Staat muss den Wechsel zwischen Selbstorganisation und Politik als regulatives Prinzip durchsetzen. Wenn die politischen Traditionen eher schwach sind, Individuen, Familien, Nachbarschaften und kleine communities, die ”global flows” auffangen und große Mobilitäts- mit praktischer Immobilitätserfahrung vereinbaren müssen, wird das Prinzip der Selbstorganisation ein stärkeres Gewicht gewinnen. Aber sie wird überlastet, wenn sie auf sich allein gestellt ist. Lokale und regionale Gestaltung können Probleme wie Umwelt, Umgang mit den Konsequenzen der life-sciences und Kulturindustrien nicht lösen. Dies können nur globale Netzwerke.

Mobilität versus territoriale Bindung

Wir wählen das Beispiel der europäischen Regionalpolitik. Europäische Regionen lassen sich durch zwei konkurrierende Modelle, das wirtschaftskulturelle und das politisch-gesellschaftliche, vitalisieren.[8] Der wirtschaftskulturelle Entwicklungspfad betont die Mobilität aller Faktoren, der politisch-gesellschaftliche die territoriale Bindung. Wirtschaftskulturelle Regionen haben ihr historisches Vorbild mehr in der Stadt als im Staat, die beide kollektive Güter wie Sicherheit, Vertrauen und Kredit für Wissensunternehmer anbieten. Wer immer diese Güter anbieten kann, zieht Kapital, Qualifikation und Kreativität an.

Im Gegenzug dazu verteidigen politisch-gesellschaftliche Regionen relative Immobilität und respektieren gewachsene Siedlungs- und Kommunikationsstrukturen. Hier muss es für die Selbstkorrektur durch Mobilität aller Faktoren, die wirtschaftskulturelle Regionen für sich nutzen, Äquivalente geben. Zum Preis für relative Immobilität gehört, die richtige Größe und die richtige Gliederung des regionalen Raumes nicht der Geschichte zu überlassen, sondern die Leistungsfähigkeit des Raumes zu organisieren, etwa wenn Landkreise und Regierungsbezirke zusammengelegt werden. Relative Immobilität ist nur möglich, wenn permanente Qualifikation und Weiterbildung zu den primären kollektiven Gütern der Region gehören und mobiler Geist die Immobilität beruflicher und geographischer Migration kompensiert.

Die drei Programmlinien des BMBF für “Innovation und Strukturwandel”; Screenshot

Ein gutes Beispiel für eine politisch-gesellschaftliche Governance bieten die Erfahrungen mit Wachstumskernen in Ostdeutschland. Eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung Forschung (BMBF)[9] zielte darauf ab in strukturschwachen Regionen eine tragfähige regionale Entwicklungsdynamik zu erzeugen und stellte dafür die Innovationsfähigkeit in den Mittelpunkt. Regionalpolitik sollte auf technischen und organisatorischen Innovationen beruhen. Zu den technischen Innovationen gehörten Medizintechnik, Recycling, oder die Sanierung von Betonschächten.[10] Dafür galt es, die Kooperation zwischen innovativen Unternehmen einschließlich Start-ups, wissenschaftlichen Einrichtungen, Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Kommunen zu aktivieren. In Ostdeutschland bildeten Ingenieure ein besonderes Potenzial an Kompetenzen, die aus der Stahlindustrie, dem Schiffsbau, dem Instrumentenbau oder der Textilindustrie stammten. Die regionalen Akteure entwickelten häufig gute Ideen, aber ihnen fehlten Erfahrungen mit Marktstudien, Wettbewerbsanalysen oder der Zugang zu Marktnischen. Für Regionen mit vielen KMU hatten überbetriebliche Berufsbildungsstätten besondere Bedeutung.

Unterhalb und oberhalb des Niveaus nationaler Staaten

Souveränität und Legitimität gegenüber trans- wie subnationaler Konkurrenz, gebieten Distanz zur allein nationalen Selbstbeschreibung und ein Interesse an offener Globalität. Souveränität und Legitimität wurden dem modernen demokratischen nation building zugrunde gelegt. Der nationalen Konfiguration von Souveränität und Legitimität gelang es, die universalistische Begrenztheit ihrer territorialen Enge kommunikativ zu überbrücken und den grenzenlosen Charakter der Kommunikation in Schach zu halten.

Souveränität ist nicht ohne territoriale Grenze zu haben, aber sie zieht andere gleichberechtigte Souveränitäten nach sich, was die bekannten unglücklichen Alternativen bringt: Primat der Außenpolitik und heroischer Beweis im Ausnahmezustand. Legitimität ist auf eine Kommunikation angewiesen, die zuerst zur sprachlichen und schulischen, wissenschaftlichen und rechtlichen Begründung der souveränen und legitimen Territorialität beiträgt. Wenn aber Modernisierung die Differenzierung der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Systeme vorantreibt, brechen Kommunikation und Territorialität aus dem Gehäuse der Nation aus. In der Interaktion von Kommunikation und Territorialität entstehen geographische Muster, die vor dem System der Nationalstaaten Bedeutung besaßen.

Europäische Union und global cities (Saskia Sassen) – in ihnen sind die wichtigsten Finanzmärkte, Zentralen von Banken und transnationalen Konzernen sowie unternehmensnahe Dienstleistungen wie Rechts-, Finanz- und Unternehmensberater, Werbeagenturen, Buchführungs- und Prüfungsfirmen konzentriert –  operieren unterhalb und oberhalb der Niveaus nationaler Staaten. Dies gilt auch für alte Wissenschafts- und Kulturregionen wie neue wirtschaftskulturelle Systemlandschaften und zivile homogene Nachbarschaften wie die Collagen von ethnisch und religiös geprägten Gruppen.

Welche Art von Staaten können mit ihnen umgehen und die Szenen und Gemeinschaften, Regionen und Systemlandschaften, Nachbarschaften und ethnokulturelle Gruppen zwingen, sich in den Medien von Selbstorganisation und Politik auszudrücken?

Der vorangehende Teil eins “Welche Zukunft hat die ‘Vaterländerei’?” beschreibt, wie sich die Idee Nation in Ideologie verwandelt, wie sich die öffentliche Stimmung in Bedrohungs- und Unterlegenheitsmanie ergeht und mit einem ebenso irrationalen Überlegenheits- und Sendungsbewusstsein kompensiert.


1 Alois Hahn, „Partizipative“ Identitäten, in: Herfried Münkler (Hrsg.), Facetten der Fremdheit, Berlin, Akademie-Verlag, 1997 ( S.115-158, hier S. 119) 2 Vgl. Dirk Richter, Die Form Nation. Springer VS, 1996 (S. 195-196) [3] Richter (1996, 187f) [4] Zum Folgenden siehe Hermann Schwengel, 1999, Globalisierung mit europäischem Gesicht, Aufbau-Verlag, Berlin, S. 87-97 [5] Richter (1996, S.175) [6] Hahn (1997, S. 130) [7] Reinhard Koselleck, Vergangene Zukunft, Suhrkamp Verlag, zweite Auflage 1984, S. 244-246 [8] Vgl. Schwengel (1999, S. 152-164) [9] Siehe die „Programmfamilie“ „Innovation & Strukturwandel“ des BMBF (2019, S. 10-11): Chancen.Regionen, Das BMBF-Konzept für strukturschwache Regionen, Juli 2019, www.bmbf.de [10] Die Beispiele sind dem Magazin „Unternehmen Region“ des BMBF (Ausgaben 2018-2020) entnommen.

Klaus West
Dr. Klaus-W. West arbeitet freiberuflich als wissenschaftlicher Berater. Gegenwärtig u.a. assoziierter Mitarbeiter der Stiftung Arbeit und Umwelt in Berlin. Zuvor kontrollierte Wechsel zwischen Wissenschaft (Universitäten Dortmund, Freiburg, Harvard) und Gewerkschaft (DGB-Bundesvorstand, IG BCE).

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