
Neulich geriet ich in eine ziemlich hitzige Debatte mit einem gebildeten, weißen, eher linksliberalen Menschen über das Verhältnis von Meinungen zu empirischen Fakten. Mein Gegenüber war der festen Überzeugung, dass empirische Daten kaum hilfreich seien — nicht zuletzt, weil sie ständig zurechtgebogen würden. Emotionen und Meinungen seien bisweilen, so seine Position, der bessere Wegweiser. Diese Ansicht ist — besonders seit der COVID-Pandemie — weit verbreitet; sie findet sich vor allem im rechten politischen Lager, ist aber auch in liberalen Kreisen nicht selten auszumachen. „Fake News“ und „alternative Fakten“ werden weithin akzeptiert, und oft werden Ergebnisse aus der schnellen Nutzung von KI als Beleg für deren Richtigkeit angeführt. Regieren Ideologien über Fakten, hat die Wirtschaft darunter zu leiden. Der Fall Brexit zeigt es. Werden am 14. Juni die Weichen für eine Schweizer Version des Brexit gestellt?
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