
„Kriege wurden meist von Männern begonnen, aber ohne die Unterstützung von Frauen konnten sie nicht geführt werden. Frauen dienten seit Jahrhunderten in den europäischen Streitkräften, erinnert werden sie kaum“, sagt die deutsch-amerikanische Historikerin und Geschlechterforscherin Karen Hagemann im Interview mit Thomas Gesterkamp. Die Geschichte der vielen aktiv am Kriegsgeschehen beteiligten Frauen – ehrenamtliche und professionelle Krankenpflegerinnen, Hilfskräfte, Soldatinnen und Partisaninnen – sei größtenteils vergessen. Selbst der massenhafte Dienst von Frauen in den beiden Weltkriegen sei aus der Erinnerungskultur weitgehend verdrängt. Karen Hagemann hat ein Grundlagenwerk über dieses bisher wenig bearbeitetes Thema vorgelegt. In “Vergessene Soldatinnen” beschreibt sie die Rolle von Frauen im Militär und in den Kriegen Europas seit 1600 bis zur Gegenwart.
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