
Nach Saint Denis verirren sich die Pariser und Pariserinnen höchst selten. Die Stadt vor den Toren der Metropole gilt als ein unsicheres Pflaster: Die Polizei ist bewaffnet und schießt schnell, in dunklen Ecken blüht der Drogenhandel und auf den Straßen wandeln tiefverschleierte Frauen, die Universität Paris 8 beherrschen linksradikale Studentengruppen, die die Hamas und den Terror vom 7. Oktober 2023 verherrlichen und wie einst Leo Trotzki von der permanenten Revolution träumen, heute vor allem in einem Palästina „vom Fluss bis zum Meer“. Solche Bilder haben sich in den Köpfen von Journalisten, Politikern und selbst einer prominenten Schriftstellerin bei ihren Streifzügen durch die „Bannmeilen“ eingegraben. Seit dem 15. März aber ist alles anders: Mit 50,77 Prozent wurde Bally Bagayoko im ersten Wahlgang zum Bürgermeister von Saint Denis-Pierrefitte gewählt – einem Gemeindeverbund, der mit rund 150 000 Einwohnern zum größten rund um Paris gehört – und mischt die Politik in den Pariser Banlieues auf.
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