
Der Kulturkampf in Paris zwischen dem Milliardär Vincent Bolloré, Eigentümer der wichtigsten Verlagsgruppe Hachette Group, und dem charismatischen ehemaligen Chef des Verlags Grasset, Olivier Nora, geht in eine neue Runde: Vier Monate nach seinem plötzlichen Rauswurf aus dem Verlag mit großen Namen von Schriftstellerinnen und Schriftstellern kündigte der 66jährige Nora die Gründung eines eigenen, unabhängigen Verlags an: Olivier Nora Editions. Ab Januar will er pro Jahr dreißig bis fünfzig Bücher herausgeben. Welch ein ehrgeiziges Ziel hat er sich auf diesem umkämpften Markt gesteckt. Ob ihn die Empörungswelle aus dem April und die Ankündigung von über 200 Autorinnen und Autoren, nach dem Rauswurf Noras den Verlag Grasset, der zur Hachette Group gehört, zu verlassen, tragen wird? Verächtlich hatte Bolloré sie in seiner Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“ als „kleine Kaste, die sich über alle und alles erhebt“ bezeichnet. Seit Monaten kämpfen Autorinnen und Autoren um ihre individuellen Rechte, fordern von der Regierung ein Gesetz zum Schutz ihrer Berufe: Bisher ohne sichtbaren Erfolg.
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