
Man beleidigt Cäsar, wenn man bei Donald Trump von Cäsarismus spricht. Seine Selbstinszenierungen als Jesus, als Papst und als König; der Bau eines Triumphbogens in Washington; der vergoldete Ballsaal im Weißen Haus; der MMA (Mixed Martial-Art)-Kampf in einem Käfig vor dem Weißen Haus zu seinem 80. Geburtstag, usw., usw. Man könnte die Inszenierungen mit einem ungläubigen Kopfschütteln als Affentheater abtun, entspränge die Politik der Trump-Regierung nicht demselben Geist autoritär-faschistischer Herrschaft, der im 20. Jahrhundert unsagbares Unheil gebracht hat, weil sie Unterstützung fand. Trump findet Unterstützung. Von den Tech-Konzernen, denen er Macht und Profit ermöglicht und Regelfreiheit verspricht. Von Öl- und Gaskonzernen, die von Trumps Weg der Re-Karbonisierung profitieren. Von der Autoindustrie, weil trotz Elektromobilität Verbrennerautos keine Einschränkungen erfahren. Von der Rüstungsindustrie, weil die USA nach dem Irankrieg massiv aufrüsten und Europa in den USA mehr Waffen denn je kaufen muss.
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