
Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ist ein bedrückendes Zeichen.Offenbar ist es in den fast 80 Jahren der alten Bundesrepublik nur brüchig und im wiedervereinigten Teil Deutschlands in 35 Jahren fast gar nicht gelungen, den „Verfassungspatriotismus“1 (den Dolf Sternberger zum 30. Geburtstag des Grundgesetzes formuliert und den Jürgen Habermas im Historikerstreit Ende der 1980er Jahre plakativ propagiert hatte) als verbindende Identität aller der in Deutschland dauerhaft lebenden Menschen zu verankern. Bedrückend ist für mich auch, dass der aufklärende Charakter der „Erinnerungskultur“ gegen Rechtsextrem trotz viel Engagement in der Zivilgesellschaft und trotz nicht wenig Geld, das investiert wird, vor allem bei jungen Menschen nicht gegriffen hat. Aber eines ist das Wahlergebnis und das, was jetzt passiert, nicht: Zeichen für eine „eingestürzte Brandmauer“.
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