
„Es ist wichtig, dass die Europäer – einschließlich der Ukraine – versuchen, eine stärkere Rolle im politischen Prozess zu spielen. Bisher lief zu viel über die bilaterale Achse USA-Russland. Eine „Stunde der EU“ käme allerdings nur, wenn sie dem Kreml gegenüber mehr Druck und Anreize aufbieten könnte als die USA, sagt der Osteuropaexperte Andreas Wittkowsky im Interview mit bruchstücke. Für Europa sieht er die doppelte Herausforderung, „einerseits die Ukraine in ihrem Abwehrkampf zu unterstützen, andererseits die europäische Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit zu stärken. Beides bedingt einander. Stärkstes Druckmittel der Europäer ist die ukrainische Verteidigungskraft.“ Als geopolitischen Gewinner sieht Wittkowsky China. Es komme seinem Ziel näher, die USA als dominierende Weltmacht abzulösen und eine eigene hegemoniale Sphäre in Südostasien zu schaffen. Peking sei eine umfassende strategische Partnerschaft mit dem „Juniorpartner“ Moskau eingegangen. Die militärische Kooperation sei dabei deutlich tiefer als allgemein wahrgenommen.
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