
Als 71jähriger Staatsbürger erlaube ich mir, bis Kanzler Willy Brandt (1969 ff.) zurückzublicken: Damals gab es noch echte Reformen. Zwei bescheidene wie tiefgreifende Beispiele: Das Bafög einzuführen, das war 1971 eine weitreichende Innovation; nicht der Geldbeutel der Eltern, sondern Neigung, Eignung und Leistung sollten künftig darüber entscheiden, ob ein junger Erwachsener studiert oder nicht. Oder die Künstlersozialkasse, eingeführt 1983, mit der freischaffende Künstler sich seither mit Hilfe des Staates eine halbwegs sichere Altersversorgung verschaffen können; ein sozialer und kultureller Fortschritt erster Güte.
Es wäre angemessen, beide Maßnahmen sogar als politische Innovationen zu adeln. Wird in Deutschland heute über Innovationen geredet, dann denken alle nur an mehr oder nützliche neue Techniken von Digitalisierung über Roboterisierung bis zu KI in allen Modellen; oder noch primitiver an das neueste VW- oder BMW-Modell.











