
Wer in seinen jungen Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr war, der hat gelernt: Brandmauern sind kein Allheilmittel. Sie helfen ab einer bestimmten Temperatur des Brandherdes nicht mehr, weil Mörtel und Ziegel zu zerbröseln beginnen. Und Brandmauern sind eben in unserer landläufigen Vorstellung Ziegelmauern. Ich bin 1946 geboren, also acht Jahre älter als Wolfgang Storz ; ich kann mich sehr gut an den Aufbau und Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren aus geschwärzten und auch wie mit Geschwüren versehenen Mauern erinnern. Feuer sind dynamische Prozesse – chemische Reaktionen. Manche Feuer sind einfach zu analysieren, manche wegen der Vielfalt der Materialien schwierig zu entschlüsseln – und zu verstehen. Jedenfalls wissen die Feuerwehrleute, dass eine Brandmauer kein Allheilmittel ist – man muss schon so etwas wie Prävention betreiben, damit das Brandrisiko in Grenzen bleibt. Und wenn Brandgefahr droht, sollte niemand mit Materialien hantieren, die wie Akzeleratoren wirken.
Und da hat uns eine Art zugewandtes Schicksal nun ein Büchlein in die Hände gegeben, das helfen kann, Brandursachen, Brandmauern und Brandschutz besser zu verstehen. Zu verstehen, nicht die Brandstifter zu verhindern. Es heißt: „Die Jugend malt wieder Hakenkreuze – von der Radikalisierung einer Generation“. Es ist im Tropen Verlag erschienen, geschrieben von der mehrfach ausgezeichneten Journalistin der Freien Presse Chemnitz Manuela Müller. Es hat 239 Seiten, es kostet 18 Euro.
Manuela Müller zeichnet nach, wie ganze Jahrgänge ohne ausgeprägtes ideologisches Fundament, aber mit den sozialen und materiellen Begleiterscheinungen der Einheit im Kopf in den alltäglichen Gebrauch der Worte und Symbole der Massenmörderpartei rutschen, die von 80 Jahren zum Teufel geschickt worden ist. Man kann diese Entwicklung mittlerweile bis in westdeutsches Facebook verfolgen.
Am 15. Juli 2026 ist in Trier ein junger Mann erstochen worden – nach Angaben der Polizei von einem ebenfalls jungen Mann afghanischer Herkunft. Mehr weiß man einen Tag später noch nicht. Die Trierer SPD hat ihre Betroffenheit zum Ausdruck gebracht.

Das Echo:
„Was hilft es den Angehörigen – ich kanns nimmer lesen.Euer blabla“
„Es muss gehandelt werden…heute noch…immer dieses Gerede…Handeln, nicht trauern!!!
„Die AfD würde das Problem sofort lösen….wahrscheinlich wird erst gehandelt, wenn ein Familienmitglied eines in der Verantwortung stehenden Politikers ermordet wird.“
„Ihr holt die doch rein, ihr habt Blut an den Händen.“
„Ich kann mir schon denken wie das mit dem typen endet ,es wird wieder auf die psyche geschoben und dann mildes Urteil gefällt .Dann kannst machen was du willst. Das ist unser system alles scheisse.“
Und so weiter. Die Brandmauer kann eine solche Bewegung nach rechts nicht verhindern. Sie aufzugeben, würde andererseits die Achtung des Rechts und des inneren Friedens noch mehr schwächen. Wer das bestreitet, ist Opfer seiner Illusionen.
Wir sollten in diesem Zusammenhang einen Blick auf die AfD selber werfen. Es mag ja durchaus Mitglieder geben, die meinen, sie könnten ihre Partei drehen. Das halte ich für eine irre Illusion. Die führenden Kräfte der AfD haben längst gerochen, dass sie (a) eine Brandmauer brauchen können, um die als Propaganda-Futter zu nutzen; und (b) deren Wegbrechen als großen Sieg feiern zu können. AfD- Dialektik.
Es gibt nur einen Weg, mit der Plage der AfD und ihren Wurzeln klar zu kommen: Zusammenstehen, Vertrauen unter den demokratischen Parteien schaffen; und endlich die gesellschaftlichen Eliten des Landes dazu bewegen, ihre ganze Kraft gegen diese verdammte Nazi-Ersatzpartei zu mobilisieren.
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