Muss der Computer das Erbe des Buches demolieren?

Bild: Geralt auf Pixabay

Es geht um die Verteidigung des Kerns der Bibliotheken: das ungestörte monologische Arbeiten mit einer großen und geordneten Sammlung an Büchern und digitalen Medien. Ich habe ein ziemlich starkes Interesse daran, dass dieser Kern nicht aufgegeben wird. Manche aktuellen Tendenzen blockieren oder vernichten die Entwicklungspotenziale dieses Kerns; sie fördern die schädliche Neigung, einzuebnen und zu verflachen. Dann könnte in der Zukunft kein eigensinnig Anderes und Neues entstehen.

Die Wolfenbütteler Bibliothek war für Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) die Zentrale eines Kommunikationssystems, die ihn ab 1770 mit Gelehrten und Schriftstellern aus allen Gebieten des Wissens, aus allen Regionen des damaligen Deutschland und mit zahlreichen Kapitalen des Auslands verbunden hatte. Diese Büchersammlung hatte Lessing einen Informationsvorsprung verschafft. Sein Biograph Dieter Hildebrandt schrieb: für den Kämpfer Lessing war diese Bibliothek ein Hauptquartier für Fehden und Feldzüge, ein Arsenal an Argumenten. Lessing konnte sich auf die Bücherleidenschaft mehrerer Generationen des braunschweigischen Herzoghauses stützen. Allerdings hatte Herzog August für seine Bücher kein eigenes Haus gebaut. Dies tat erst sein Sohn Anton Ulrich von 1706 – 1710. Die Herzog August Bibliothek wurde ein immenser Kuppelbau. Wir würden sie heute als Mehrzweckhalle bezeichnen, denn der an eine Zirkusarena erinnernde Bau war auch als Marstall gedacht. Oben sollten die Bücher stehen, während „in dessen unterem Teil eine Reitbahn“ war.

Zur Besichtigung freigegeben: Die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Gotthold Ephraim Lessing lebte von 1770 bis zu seinem Tode im Jahre 1781 in Wolfenbüttel, die zu einem Zentrum der Aufklärung wurde. (Foto: Vincent Eisfeld/ wikimedia commons

Der Marstall als Bibliothek war kein Banausentum. Auch die 1696 gegründete Akademie der Wissenschaften in Berlin hatte man zunächst im alten Marstall neben dem Schloss untergebracht. Gottfried Wilhelm Leibniz, der um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert der Wolfenbütteler Bibliothek vorgestanden hatte, war nie nach Wolfenbüttel gezogen, sondern hatte sein Amt von Hannover aus verwaltet. Vermutlich hatte Leibniz die Wiederkehr dessen, was er „mulis et musis“ – für die Esel und für die Musen – genannt hatte, sehr missfallen. Wie mag die Büchersammlung bei abwesendem Bibliothekar ausgesehen haben?

Die Büchertürme in Shanghai (Foto: Patrick Fischer/ wikimedia commons)

Bibliotheken haben oft eine prekäre Existenz geführt. So sind die chinesischen Bibliotheken zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 19. Jahrhundert mindestens vierzehn Mal zerstört worden. Immer wieder waren die Gebäude der kaiserlichen Buch- und Manuskriptsammlungen neu errichtet und die Beststände neu aufgebaut worden. Kulturvandalen, Bilderstürme und Bücherverbrennungen aus religiösen und politischen Motiven sind ein globales Phänomen. Bücher und Bilder sind kommunikative Mitteilungen. Machthaber, die es sich zum Ziel setzen, dass bestimmte Mitteilungen die Öffentlichkeit nicht erreichen, scheinen nicht auszusterben. In der Brutalität ihrer Methoden unterscheiden sie sich freilich.

Ein unwahrscheinlicher Ort

Für mich ist der Besuch der großen Bibliothek wie eine Luftveränderung. Beim Betreten der großen Eingangshalle der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt lasse ich die Stadt und die laute vierspurige Verkehrsader hinter mir und augenblicklich umgibt mich Ruhe.

Die große Bibliothek bietet mir exzellente Arbeitsmöglichkeiten: Bücher, Zeitschriften, einen Schreibtisch und Stuhl, Kopierer und Informationsdesks. Der riesige Saal ist einem „respektablen Publikum und allen ernsthaft Studierenden“ frei zugänglich. Auf mehreren Ebenen und in diversen Bereichen arbeiten mehrere Hundert Nutzer*innen, ohne dass ich es als eine störende Überfüllung erlebe. Dass unter diesen Bedingungen immer wieder eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre entsteht, in der ich ungestört arbeiten kann, halte ich für eine unwahrscheinliche zivilisatorische Errungenschaft. Am Abend wird dieses Privilegium noch überboten. Wenn sich am Ende eines Tages viele Reihen geleert haben, wird aus Ruhe Stille. Im Winter ist es längst dunkel draußen, und man blickt durch die Fensterflächen hinaus in die Dunkelheit. Eine Tischlampe erhellt meinen Arbeitsplatz, der Saal liegt im Halbdunkel.

Ab und zu habe ich mich gefragt, warum dieser Bibliotheksraum für meine Arbeit so förderlich ist. Gernot Böhme hat uns darauf eine Antwort gegeben. Er sprach von den „Ekstasen“[1] oder Äußerungsformen der Elemente: dem Licht, der Beleuchtung, der Weitläufigkeit, den Durchblicken und dem Geräusche schluckenden Teppichboden. Alles Störende, Unterhaltungen, Telefonieren, Essen und Trinken, ist ausgeschaltet.

Autonomes Arbeiten

Die Bücher auf meinem Tisch sind aufeinandergestapelt oder aufgeschlagen, sind gebunden oder kartoniert, sie wurden zu verschiedenen Zeiten gedruckt und weisen starke Gebrauchsspuren auf oder erwecken den Eindruck, erstmalig gelesen zu werden. Manche sind Zeugnis vergangener Debatten, manche präsentieren neue Gedanken.

Ich kann in dieser Umgebung konzentriert arbeiten. Ich habe eine Art selbstverständliches Vertrauen darauf, dass ich mich nur an einen Platz zu setzen brauche, und es wird gelingen, problematische Fragen nebeneinanderzustellen, sie nacheinander zu analysieren und wie ich mich zu diesen auch Fragen entscheide: „Es gibt immer einen Ausweg.“ [2]

Anders gesagt: es kommt darauf an zu wissen, was man zu suchen, zu fragen und zu finden hat. Wenn ich zwei konkurrierende Zielvorstellungen habe, lähmt es die Arbeit. Gewöhnlich setze ich mich mit einer Vorstellung an den Schreibtisch, aber es kommt vor, dass sich aus den herangezogenen Büchern eine konkurrierende Teilzielvorstellung bildet. Das Thema erhält dann eine Breite, die Langeweile erzeugt und das Manuskript immer länger werden lässt.

Oft hilft es mir, einen oder einige Tage zu warten, sodass die determinierende Kraft sich abschwächen kann. Ein neuer Gedanke schafft eine Umgruppierung. Oder umgekehrt, eine Umgruppierung führt auf einen neuen Gedanken. Wichtiges wird plötzlich unwichtig und fällt weg. Aber das wichtigste Erfordernis für das Arbeiten mit Büchern ist eine Leitvorstellung sowohl fürs Schreiben wie fürs Verstehen. Deshalb hilft es, sich regelmäßig über den Inhalt der Leitvorstellung zu vergewissern. Sie muss einfach und drastisch sein. Sonst taugt sie nichts.[3]

Open-Access

Die Bibliothek unterstützt diese Arbeit auf vielfältige Art und Weise. Frühzeitig haben Bibliotheken ihre bewährten klassischen Verfahren der Sammlung, Bewahrung, Ordnung, Bereitstellung und Vermittlung auch auf digitale Medien und netzbasierte Angebote ausgeweitet. Diese bibliothekarische Arbeit bietet eine Qualitätsgarantie, die einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Orientierung in der Informationsvielfalt leistet. Nach dem gegenwärtigen Stand müssen weitere Dienstleistungen entwickelt werden, die es den Nutzer*innen ermöglichen, sich trotz Informationsflut ohne Zeitverzug zu orientieren und exakt die Informationen zu erhalten, die sie zur Befriedigung ihres Informationsbedarfs benötigen. Gefragt ist eine Filterfunktion. Bibliotheken haben eine solche Filterfunktion schon immer aus einem übergeordneten allgemeinen Interesse heraus wahrgenommen („Bibliothek als kulturelles Gedächtnis“). Jetzt geht es zusätzlich um eine Filterfunktion, die sich an den spezifischen Interessen der Nutzer*innen orientieren.[4]

Aber die gegenwärtig mediale Transformation ist mehr als die zeitgemäße unschuldige Nutzung von Datentechnik zum Zwecke einer Serviceverbesserung.[5] Die Kommerzialisierung der Informationsversorgung hat ein Ausmaß angenommen, das Wissenschaftler*innen und Bibliotheken als bedrohlich bewerten. Die Erwerbungsetats der Bibliotheken reichen immer seltener aus, um die benötigten teuren Zeitschriften und Datenbankzugriffe bereitstellen zu können.

Als Gegenbewegung hat sich die Open-Access-Bewegung formiert.[6] In ihrer aktuellen Stoßrichtung ist sie allerdings der ideologische Motor hinter dem change management der Bibliotheken.[7] Für den „weltweit freien Zugang zu allem Wissen“ soll alles Wissen digital abgebildet werden. Das hat dazu geführt, dass in der großen Bibliothek Bücher/ Printmedien durch digitale Medien ersetzt werden soll(t)en. Bislang waren die Argumente dafür, die Verringerung der Kosten und des ökologischen Fußabdrucks, nicht überzeugend.

Bild: prettysleepy

Die Vorstellung, zukünftig mit dem Bildschirm statt mit Büchern arbeiten zu sollen, hat mich erheblich irritiert. Ich befürworte technische Innovationen, die meine Arbeitsweise unterstützen, aber lehne diejenigen ab, die sie unterminieren. Die ausschließliche Arbeit an Bildschirmen ist nach dem gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand nicht vorteilhaft. Die wechselnde Arbeit mit Büchern und digitalen Texten erscheint mir vorteilhafter. Es gibt keinen zwingenden und schon gar keinen guten Grund, das Erbe des Buches zu demolieren.

Mir fallen die Pläne ein, in Zürich und Basel bedeutende Kultur- und Industriebauten abzureißen und mir geht der Titel eines Film von Alexander Kluge durch den Kopf: „Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit“. Danach gibt es eine Gegenwart, die alles, was vorher war, auf eine Weise in sich aufsaugt, die symbolisierbare Vergangenheit und Erinnerung tilgt. Die vierte Medienepoche[8] greift den Buchdruck mit dem Versprechen an, unsere kulturellen Artefakte jedermann zu jeder Zeit im globalen Datennetz an jedem anschlussfähigen Ort bereitzustellen. Die geistesgeschichtliche Virtualisierungsströmung hat die Vorstellung des weltweiten Datennetzes als technisches Substrat einer Weltgesellschaft befördert. Sie soll die Widerständigkeit personaler, lokaler und nationaler Identitäten auflösen, um einer globalen digitalen Identität Platz zu machen.[9]

Es ist die Gesellschaft einer flachen Welt. Diese eingeebnete Welt widerspricht der Wahrnehmung einer Welt aus revolutionären Schluchten, Wüsten der Armut, unmöglichem Aufstieg und reißenden Kapitalflüssen. Sie ist eine Welt horizontaler Austausch- und Wertschöpfungsprozesse. Sie greift eine Welt an, die hügelig ist.[10] Die hügelige Welt vermittelt das Gefühl der Erreichbarkeit in der Zeit, der Lösbarkeit von Transport- und Aufstiegsproblemen und der Vermittlung von menschlichem Vermögen und Natur. Zur ihr gehört auch meine personale und technische Autonomie.

Verstöße gegen die Anmut

Aber mich irritiert nicht nur die Aussicht auf diese gestaltlose Technisierung. Die zweite Quelle meiner Irritationen sind die Ansprüche überwiegend junger Nutzer*innen, die die kulturellen Standards des „gedruckten Gedächtnisses“[11] prekarisieren. Einige kommen wie für den Sportplatz gekleidet, andere wie für einen Flirt. Manche wollen ihre Trinkflaschen in den Lesesaal nehmen und wiederum andere tragen den Wunsch nach „Öffnungszeiten rund um die Uhr“ vor. Aber es gibt auch diejenigen, die „Gruppenarbeitsplätze mit der Möglichkeit“ wollen, sich „ungestört miteinander auszutauschen“ oder „Lümmel- oder Chill-Ecken“, in denen man „in gemütlicher Haltung arbeiten“ kann. Ich stelle mir vor, wie dieser Anspruch gleichermaßen naiv und rücksichtslos vorgetragen wird: „Die Bib ist halt ein cooler Raum zum Lernen, und es wäre noch cooler, wenn man sich dabei mit anderen unterhalten könnte.“

Dieser Wunsch nach Geselligkeit ist ein Verstoß gegen die „Anmut“.[12] Ihr Widersacher ist Mark Twains berühmter Hammer: „Wenn unser einziges Werkzeug ein Hammer ist, neigen wir dazu, alle Probleme als Nägel zu sehen“. Dieser Wunsch bedeutet die Selektion, Pointierung, Gewichtung/Relevanz, Fokussierung und blendet die besondere Arbeitsatmosphäre in der großen Bibliothek aus. Diese Nutzer*innen wollen die große Bibliothek zum „Lernen“ nutzen. Dafür benötigen sie den Bücherbestand nicht. Dieses Problem ließe sich einfach lösen. Dazu müssen die Fachbereiche der naheliegenden Hochschulen ihren Studierenden nur die nötigen Lernräume zur Verfügung stellen.

Robert Musil hat einst zum Stichwort „Geselliges arbeiten“[13] notiert, dass es Leute gibt, die nicht einsam, sondern im Gedankenaustausch lernen. Freilich bewegt sich diese „vielleicht sogar fruchtbare Art“ immer „hart am Dilettantismus zumindest in den Dingen, die nicht im Brennpunkt des Interesses stehen.“ Solche Leute können an den Mythos glauben, weil alle zusammen in einer schönen Linie glaubten. Den Glauben zerstörende Reflektionen setzen hingegen einsame kritische Menschen voraus.

Abschließende Bemerkung

Menschen sind nicht festgelegt, sie können auf viele Arten und Weisen produktiv arbeiten. Dabei ist die personale und technische Autonomie der entscheidende Wert. Mit Blick darauf erscheinen mir zwei Unterscheidungen wichtig:

  • Schrift und Bild haben unterschiedliche Relevanz für die Anreizung des Vorstellungsvermögens und des abstrakten Denkens. Deshalb sollten bei der Vermittlung von Wissen die Proportionen zwischen beiden berücksichtigt werden.
  • Buch und Bildschirm haben nicht nur für unterschiedliche ergonomische Belastungen und kognitive, die Merkfähigkeit betreffende Konsequenzen. Das kombinatorisch-assoziative Potenzial von Büchern ist gegenüber den Behauptungen digitaler Medien aufrecht zu erhalten.

[1] Böhme, G. (2013, 108): Atmosphäre, Suhrkamp Verlag [2] Vgl. Kluge, A. (2001, 5): Momentaufnahmen aus unserer Zusammenarbeit, in: Negt/Kluge, Der unterschätzte Mensch [3] Vgl. Musil, R. (1983, 1182f): Tagebücher, Bd. II, Rowohlt [4] Vgl. Rösch, H. (2019, 23): Bibliotheken und Informationsgesellschaft in Deutschland, Harrassowitz Verlag, 3. Auflage [5] Jochum, U. (2012, 143) [6] Vgl. Rösch, H.( 2019, 22) [7] Vgl. Thiel, Th. (2016): Aufzeichnungen aus dem Kellerloch, FAZ vom 29.11.2016 [8] Baecker, D. (2018): 4.0 oder Die Lücke die der Rechner lässt, Merve Verlag [9] Vgl. Jochum, U. (2012, 140): Geschichte der abendländischen Bibliotheken, WBG, 2. Auflage [10] Vgl. Schwengel, H. (2006) Die Welt ist hügelig, in: ders., Optimismus im Konjunktiv, ebook, 1-15 [11] Vgl. Osterhammel, J. (2013, 34): Die Verwandlung der Welt, Verlag C.H.Beck [12] Vgl. Meier, Chr. (1985): Politik und Anmut, CORSO bei Siedler [13] Musil, R. (1983, 174f): Tagebücher, Bd. I, Rowohlt Verlag


Eine Serie mit Nachrichten aus dem artifiziellen Leben

In seiner „Liebeserklärung an die vernetzte Generation“ schreibt der französische Philosoph Michel Serres (1930-2019):

„Ohne dass wir dessen gewahr wurden, ist in einer kurzen Zeitspanne, in jener, die uns von den siebziger Jahren [des 20. Jahrhunderts] trennt, ein neuer Mensch geboren worden. Er oder sie hat nicht mehr den gleichen Körper und nicht mehr dieselbe Lebenserwartung, kommuniziert nicht mehr auf die gleiche Weise, nimmt nicht mehr dieselbe Welt wahr, lebt nicht mehr in derselben Natur, nicht mehr im selben Raum. […] Mit einem anderen Kopf ausgestattet, erkennen sie anders, als ihre Eltern es noch taten. Sie schreiben anders. Nachdem ich voller Bewunderung gesehen habe, wie sie, schneller als ich mit meinen steifen Fingern es je vermöchte, mit ihren beiden Daumen SMS verschicken, habe ich sie mit der größten Zuneigung, die ein Großvater zum Ausdruck bringen kann, auf die Namen Däumelinchen und Kleiner Däumling getauft.“

M. Serres, Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation, Berlin: Suhrkamp 2013, S.15

Zunächst an den Beispielen des Schachcomputers und der Übersetzungsmaschine, hier am Beispiel der Bibliothek – weitere werden folgen –  fragt Klaus West in der bruchstücke-Serie “Nachrichten aus dem artifiziellen Leben”:
Wie fordern Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) unsere personale Autonomie und unsere Lebenswelt heraus?

Klaus West
Dr. Klaus-W. West (kww) arbeitet freiberuflich als wissenschaftlicher Berater. Gegenwärtig u.a. assoziierter Mitarbeiter der Stiftung Arbeit und Umwelt in Berlin. Zuvor kontrollierte Wechsel zwischen Wissenschaft (Universitäten Dortmund, Freiburg, Harvard) und Gewerkschaft (DGB-Bundesvorstand, IG BCE).

1 Kommentar

  1. “Die zweite Quelle meiner Irritationen sind die Ansprüche überwiegend junger Nutzerinnen, die die kulturellen Standards des „gedruckten Gedächtnisses“[11] prekarisieren.” Klagt hier ein distinguierter älterer Herr über die Jugend von heute? Der Absatz liest sich so – aber tatsächlich drückt er ein schlichtes Kommunikationsproblem aus: Wer liest, kommuniziert. (Möglicherweise mit Absenderinnen/Autorinnen, die schon nicht mehr unter den Lebenden sind; das spielt dabei keine Rolle).
    In der Kommunikationssituation der Bibliothek wird das Mitgeteilte (Geschriebene/ Gedruckte) von Rezipient
    innen in einer herausragenden Weise ernst genommen. Wird in diese Kommunikation von anderen hineingequatscht, stört es einfach. Unser massenmedial gefluteter Alltag kennt solche Kommunikationssituationen kaum noch, er bevorzugt “volle Dröhnung” für Alte wie für Junge.

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