
Krieg ist eine ernste Sache. Menschen werden ermordet, verkrüppelt und traumatisiert. Städte werden zu Schutt und Asche gebombt. Das Geschäft mit dem Tod boomt. Kriegslärm übertönt die drängenden gemeinsamen Menschheitsprobleme wie Hunger, Gesundheit und Klimaschutz. Der Verteidigungsminister will Deutschland kriegstüchtig sehen. Der Kanzler wünscht sich die Bundeswehr als stärkste konventionelle Armee Europas. Die Wehrhaftigkeit der Gesellschaft soll durch Aufrüstung, Wehrpflicht und Zivilschutz gestärkt werden. Angesichts von Putin und Trump gilt die Zeitenwende als alternativlos. Wer nach Antworten jenseits von Aufrüstung und Kriegsunterstützung sucht, wird schnell als Vaterlandsverräter, als pazifistischer Gutmensch, als Putinversteher oder schlichtweg als Trottel denunziert oder belächelt. Angesichts des gewandelten Zeitgeistes und der neuen geopolitischen Lage melden sich Politiker und sogar der alternde Punkrocker Campino zu Wort und verkünden ihr Damaskus-Erlebnis. Robert Habeck, der Meister unscharfer Bestimmtheit, geht auf Distanz zur eigenen Kriegsdienstverweigerung: „Ob ich das heute so tun würde in einer anderen Situation, das weiß ich nicht, beziehungsweise ich vermute, ich würde es nicht tun“.
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