Für eine Linke, befreit von Religionsallergie, damit es doch noch gut ausgehen kann

Bild: KI generiert

Die beiden vorhergehenden Teile dieses Textes waren der Religionskritik und der Ökonomiekritik gewidmet. Nun will der Traktat gleichsam die Quersumme ziehen. Ginge es um Mathematik, käme beim Ergebnis eines mit negativem Vorzeichen heraus, denn das Resultat des bisher Entwickelten ist ein Mangel. Eine organisationspolitische Strategie ist es, die fehlt. Der Nachweis des Fehlenden kann ein erster Schritt sein, um Abhilfe zu verschaffen. Das wiederum ist die dem Traktat eingeschriebene Hoffnung.

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Täuschen, tarnen, fälschen für Geschäftsinteressen

Blockade Bayer/Monsanto durch Extinction Rebellion in Berlin am 21.01.22 (Foto: Stefan Müller auf wikimedia commons)

Die Bayer AG hat 2018 die Firma Monsanto gekauft, deren bekanntestes Produkt das unter dem Namen „Roundup“ verkaufte Pflanzenschutz- bzw. Pflanzenvernichtungsmittel Glyphosat war. Nicht nur ökologisch Interessierte waren damals erstaunt, weil die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation schon 2015 festgestellt hatte, dass das Mittel „wahrscheinlich krebserregend“ ist. Die Chefetage von Bayer verliess sich auf amtliche Genehmigungsverfahren und Zulassungen in den USA und der Europäischen Union und auf ihren durch wirtschaftliche Macht gestützten politischen Einfluss. In den USA steckt Bayer seit der Übernahme von Monsanto in ungezählten Gerichtsverfahren, von denen etwa 65.000 noch offen sind. Es geht um Entschädigungen von Bauern und anderen Nutzern, die „Roundup“ für ihre Krebserkrankungen verantwortlich machen.

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Regression oder Transformation? Ein neuer Blick auf Informalität

In diesem Beitrag1 mache ich einen Vorschlag, das Konzept von Informalität als einem sozialen Phänomen in einer für die politische Praxis relevanten und zugleich theoretisch gehaltvollen Form zu differenzieren. Dabei werde ich zunächst die Bedeutung von Informalität in der soziologischen Theorie der Gesellschaft und der Organisation erläutern. Sodann werde ich die mit dem Phänomen der Informalität verbundenen politischen Herausforderungen beschreiben und darauf aufbauend drittens die Unterscheidung von regressiver und transformativer Informalität begründen sowie in den Konsequenzen für die politische Praxis erläutern.

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Vom intellektuellen Gestus des Durchblicks

Bild: geralt auf Pixabay

Wie sich Antisemitismus heute zeigt und welche Verantwortung Hochschulen in Forschung, Lehre und akademischer Kultur tragen, waren die Fragestellungen des Workshops „Antisemitismus und Universität“, der im Dezember 2025 an der Bauhaus-Universität Weimar stattfand. Bruchstücke dokumentiert den Vortrag, den Ilse Bindseil in ihrer unverkennbaren Komposition aus Klärung und Selbstaufklärung im Rahmen dieser Veranstaltung hielt. (at)

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Verschwörungstheorien, eine Folge von Status- und Kontrollverlusten

Während der Corona-Pandemie sei ihm schnell klar geworden, „dass die Art und Weise, wie wir über Verschwörungstheorien sprechen, nicht immer die hilfreichste ist. Die Mitglieder der sehr heterogenen Querdenker-Bewegung wurden pauschal als Spinner oder Schwurbler abgewertet“. Die Proteste seien aber zu sehr von außen homogenisiert worden, betont Michael Butter im Interviev mit Thomas Gesterkamp. Butter ist Initiator des EU-Projekts “Comparative Analysis of Conspiracy Theories“. Psychologisch betrachtet, betont er, entstünden Verschwörungstheorien „auf der Basis von Status- und Kontrollverlusten, verursacht etwa durch eine schwere Krankheit oder den Verlust des Arbeitsplatzes, durch das Gefühl, das eigene Leben geht den Bach runter oder wird das bald tun.“ Insofern gehe es um das Bewahren des Sozialstaates oder um Maßnahmen dagegen, dass nicht ganze Landstriche veröden, vor allem im Osten Deutschlands.

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Die Erkenntnis von der wesenhaften Natur

Bild: DimaDim_art auf Pixabay

Eine rationale Weltauffassung verlangt, von einer materialistisch-atheistischen Philosophie Abstand zu nehmen. Das behauptet diese dreiteilige Artikelserie mit Karl Heinz Haag. Der erste Teil war der Religionskritik gewidmet, dieser zweite wendet sich der Ökonomiekritik zu, der dritte wird die Quersumme ziehen und eine organisationspolitische Schlussfolgerung versuchen. Deutlich sollte geworden sein: Der Text verhandelt kein innerphilosophisches, vielleicht für Fachleute interessantes Thema, sondern es geht ihm um die Krise der Gegenwartsgesellschaft. Deren Umwelt ist in einem Maße ramponiert, das den Begriff der Krise wahrlich nahelegt. Die Verheerungen der äußeren Natur, deren Zeuge wir sind, gehen aus der auf Privateigentum und Warenaustausch basierenden Ökonomie hervor. Der Analytiker dieser Kategorien, Karl Marx, war voller Hochachtung für die Rationalität der Naturwissenschaften; sein Hauptwerk wollte er ursprünglich Charles Darwin widmen. Dem Atheismus seiner Frühschriften ist er in seinem reifen ökonomischen Werk treu geblieben. Haags Behauptung „daß es einen Gott gibt,“ hätte er wohl kaum unterschrieben.

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„Politisch völlig undurchsichtig“ steht in den Stasi-Akten

Wäre der Rowohlt-Verlag auf die Idee gekommen, Hans Joachim Schädlichs literarische Kunststücke nicht im festgefügten Nacheinander eines Buches herauszubringen, sondern als Puzzle, so könnten spielerische Naturen sich darauf freuen, die Einzelteile auf einer großen Tischplatte auszuschütten, um die “Bruchstücke“ zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Der 192 Seiten umfassende Band besteht aus 71 kurzen und längeren Texten, die ihren Titel vor allem deshalb verdienen, weil sie von Brüchen handeln. Wo ist der Zusammenhang dessen zu suchen, was nicht den Anspruch hat, etwas Ganzes zu sein, ein vollendetes Werk, ein geschlossenes Sinnbild, ein gelungenes Leben etc.? Das geteilte Deutschland liefert den Zusammenhalt.

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Alarmglocken, Sperrzonen und kampferprobte Bauern

In Frankreich haben die Weihnachtsferien begonnen: Das ist stets ein großer Aufbruch in den Winterurlaub oder zu der Verwandtschaft auf dem Lande. Reibungslos wird die Fahrt diesmal nicht verlaufen. Vor allem im Südwesten des Landes blockieren Bauern mit ihren Traktoren Autobahnen und Nationalstraßen, zünden Strohballen an und kippen Mist vor die Rathäuser: Die Bauern der rechtsradikalen Coordination rurale sind an ihren gelben Mützen zu erkennen, die der linksextremen Confédération paysanne („Wir lassen uns nicht unterkriegen!“) an den Klassenparolen. Um was aber geht es in diesen Tagen?

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Die Brandmauer steht oder die Union geht unter

Fünf Landtags- und drei Kommunalwahlen machen 2026 zu einem wahlkampf-intensiven Jahr, in dem die Suche nach regierungsfähigen Koalitionen anstrengend werden dürfte. Die Brandmauer werde Bestand haben, glaubt Klaus Lang, „es sei denn, die CDU lässt sich in einem Akt der Selbstzerstörung auf eine wie auch immer geartete Kooperation mit der AfD ein.“ Die beiden Wege seien klar vorgezeichnet, sagt Lang im Interview mit Wolfgang Storz: Die Unionsparteien finden sich zu demokratischen Allianzen bereit oder sie werden „wegen einer Kumpanei mit einer anerkannt rechtsextremen, völkischen und antichristlichen AfD“ ihre Erfolgsgeschichte als Volkspartei verraten, ihr Gesicht bis zur Unkenntlichkeit verändern und den Boden unter den Füßen verlieren.

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Ein frommer Wunsch? Aber nur so könnte es einen Neuanfang geben

Foto: Jaber Jehad Badwan auf wikimedia commons

Es ist ein bewegendes Zeugnis: „Gaza brach vor unseren Augen zusammen. Ganze Städte wurden dem Erdboden gleichgemacht. Straßen verschwanden. Wahrzeichen wurden zu Staub. Ich kochte über offenem Feuer. Ich trug Wasser in Eimern. Manchmal benutzten wir Meerwasser. Manchmal hatten wir gar nichts. Jeden Tag wachte ich auf und überlegte, wie ich es bis zum nächsten Tag schaffen könnte. Wir hatten keinen Strom. Kein Gas. Kein Internet. Nur Dunkelheit“ (SZ, 17.10.2025). Yara, 18, und Tareq, 17, klagen an, man habe ihnen die Menschenwürde genommen und fragen, was sie falsch gemacht hätten, um dieses Schicksal zu verdienen. Gaza werde dämonisiert, dabei habe es auch dort ein buntes Leben gegeben, Strände mit weichem Sand, Boote am Kai, Märkte, Buchläden, lärmende Familien, nächtliche Sterne, Stille, in der man das Meeresrauschen hören konnte. Heute sei der Gazastreifen ein Friedhof mit wandelnden Schatten.

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Metallarbeitgeber treiben den Widersinn auf die Spitze

Screenshot: Website Gesamtmetall

Der größte Arbeitgeberverband Deutschlands in der Privatwirtschaft, der Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie, Gesamtmetall, hat einen neuen Präsidenten gewählt (eine Präsidentin gab es noch nie), der am 1. Januar 2026 sein Amt antreten wird. Das ist ein eigentlich ein Routinevorgang. Dass es diesmal keine Routine ist, liegt an einem sehr wichtigem Detail: Der neue Gesamtmetallpräsident, Dr. Udo Dinglreiter, ist Mitinhaber und Geschäftsführer eines Maschinen- und Anlagenbauers in Bayern mit circa 200 Beschäftigen und mehreren Standorten, der nicht tarifgebunden ist. Ein Novum in der 135-jährigen Geschichte, wie Gesamtmetall selbst herausstellt: Er sei „der erste aus einem nicht tarif­ge­bun­denen Unter­nehmen“.

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Besser mit AfD-Mitgliedsbuch zur Fußball-WM?

Amerika war einmal das Land, in das man mit seinen Zukunftsträumen reiste. Heute hat man stattdessen seine Online-Vergangenheit mitzubringen – ob man will oder nicht. Und spätestens beim Einsprechen dieses Podcasts wird klar: Ich selbst werde das Traumland der Freiheit wohl nur noch auf Google Maps betreten dürfen. Denn tatsächlich soll künftig die Social-Media-Historie der letzten fünf Jahre für alle visumbefreiten Reisenden offengelegt, und die US-Grenze zur politischen Empfindlichkeitszone werden (so ähnlich wie es einmal die DDR-Grenze war). Offiziell nachzulesen im Federal Register vom 10. Dezember 2025.

Finanzielle Förderung für Abbrucharbeiten an der Brandmauer?

Vorstand: Andreas Rödder, Kristina Schröder, Harald Mosler (Screenshot: Website R21)

Die konservative Denkfabrik „Republik 21“ (R21) bekommt künftig viel Geld vom Staat, dabei fand die Union, als sie noch in der Opposition war, NGO-Förderung doch zweifelhaft. Eine „Kleine Anfrage“ an die Bundesregierung muss nicht immer klein sein. Nicht selten umfasst dieses parlamentarische Instrument für Oppositionsparteien viele Fragen an die Bundesregierung. Doch 551 Fragen, die die Unionsfraktion im Februar 2025 – zwei Tage vor der Bundestagswahl – stellte, waren dann doch eher ungewöhnlich. Friedrich Merz, Alexander Dobrindt und Co. wollten zeitgenau und wahlkampf-kompatibel wissen, wie es um die politische Neutralität staatlich geförderter Organisationen bestellt ist. Dabei ging es um gemeinnützige Vereine, Stiftungen und Organisationen, die projektbezogen Geld aus öffentlichen Kassen erhielten, darunter die Amadeu Antonio Stiftung, Foodwatch, die Tierschutzorganisation Peta und auch die «Omas gegen Rechts«..

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Mobilisierung für einen muskelbepackten Kapitalismus

Screenshot: Youtube

„In verschiedenen Parteien sind Politikerinnen und Politiker durch die Wahlerfolge der AfD in eine Art rechtspopulistischen Panikmodus verfallen und haben rechte Frames normalisiert. Die neuere politikwissenschaftliche Forschung zeigt ziemlich gut, dass dies rechte Parteien nicht schwächt, sondern stärkt“, sagt Oliver Nachtwey im Interview. So wie die Linke nie die bessere Ökologiepartei im Vergleich zu den Grünen werde, könne die Union nicht die bessere Antimigrationspartei werden gegenüber der AfD. „Das hat vor allem die Union noch nicht verstanden, da sind Merz und Co. noch sehr im alten Modus.“ „Was heißt alter Modus“, fragt Horand Knaup.

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