„Was macht der Journalismus, müsste er bei einem Blackout ohne Energie auskommen?“

Der renommierte Kommunikationswissenschaftler Otfried Jarren sieht kritisch auf die Krisenberichterstattung des öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Diese Analyse, publiziert in epd-Medien, wurde national und international beachtet, kritisch und zustimmend. Zu seinen Vorhalten und den Reaktionen fragten wir Jarren. Das Interview führte Wolfgang Storz.

Was ist im Kern Ihr Vorwurf an die öffentlich-rechtlichen Medien?

Jarren: Es geht nicht um „Vorwürfe“, sondern um Beobachtungen, ihre Ergebnisse und Bewertungen. Diese beziehen sich auf das linear verbreitete Fernsehprogramm, ausschließlich Primetime, und zwar in den ersten fünf Tagen.

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Was soll das?

Warum ich für bruchstücke schreibe.

Immanuel Kant. Porträt von Gottlieb Doebler

Am Ende läuft es auf die alten Fragen hinaus, was können wir wissen, was sollen wir tun, was dürfen wir hoffen. In Krisen drängen sich diese drei Fragen unausweichlich auf, ohne in ruhigen Zeiten gänzlich zu verschwinden. Der Aufklärer Immanuel Kant hat sie am Beginn der Moderne so formuliert. Seine vierte Frage, was ist der Mensch, lasse ich lieber außen vor. Wenn Menschen die Frage beantworten, was der Mensch sei, kommen zu leicht Einbildungen heraus, etwa so wie wenn Donald Trump sagt, wer Donald Trump ist. Noch schlimmer wird es, wenn Frauen sagen, wie Männer sind, und am fürchterlichsten, wenn Männer sagen, wie Frauen sind.

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