
Klaus West [„Alter und neuer Glaube an große Männer„] moniert, eine übertriebene Personalisierung führe zu Vereinfachungen von „komplexen politischen Verhältnissen“, damit zu fahrlässigen Fehleinschätzungen des Zeitgeschehens und in Folge zu irreführenden Debatten in Gesellschaft und während Wahlkämpfen. Heute sei das wieder so: „Eine übermäßige Fixierung auf die Person sei … bedauerlicherweise sehr verbreitet.“ Die Ursachen für diesen gravierenden Missstand sieht West in der abnehmenden Bereitschaft in Teilen der Bevölkerung, bedeutende, auch komplexe politische Inhalte aufzunehmen und intellektuell zu verarbeiten. Eine Folge: Massenmedien passten sich dem an, personalisierten mehr denn je und setzten auf mehr Buntes. Die digitalen „unsozialen“ Medien verstärkten diese Tendenz, schufen sie doch mit leichter Hand für alle, die wollten, „Plattformen für den Rückzug in abgeschirmte Echoräume von Gleichgesinnten“ und damit zahllose miteinander konkurrierende kleine Öffentlichkeiten.
Den Darlegungen kann im Prinzip nicht widersprochen werden. Der übermäßig negativen Bewertung von Personalisierung und der übertriebenen Darstellung von Gefahren übertreibender Personalisierung sollen jedoch deren überwiegende Vorteile entgegengehalten werden.














