
Gerade in diesen Tagen, in denen sich der CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz parlamentarische Mehrheiten mit Hilfe der in großen Teilen als gesichert rechtsradikal eingestuften AfD verschafft und damit ein Tabu in der zweiten Demokratie Deutschlands bricht, ist die Lektüre des Buchs „Die Entscheidung, Deutschland 1929 bis 1934“ von Jens Bisky über das Ende der ersten deutschen Demokratie unverzichtbar. Bisky beschreibt die letzten Jahre der Weimarer Republik und zeichnet nach, dass der Aufstieg der Nazis kein Selbstläufer war, sondern dass sich das Land in die Hitler-Diktatur hineinmanövriert hat. Durch Fehlentscheidungen der anderen Parteien, des bürgerlichen Zentrums, der Sozialdemokraten, vor allem aber der Extremen auf der rechtsnationalen Seite, die glaubten die Nazis einhegen zu können. Und natürlich auch durch die Verblendung der Kommunisten, die lieber mit dem revolutionären Feuer spielten, als sich auf eine Verteidigung der Republik – schon gar nicht mit den Sozialdemokraten – einzulassen.
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