
Susanne Gaschke, Neue Züricher Zeitung, hebt in ihrer Rezension auf den von Autor und Verlag herausgestellten Plot ab: „Menschen sterben in Abschiebezentren, die Presse wird eingeschüchtert, und Rechtsextreme sind Spitzenbeamte: Justus Benders Horrorvision von Deutschland im Jahr 2033. Berlin, hundert Jahre nach der Machtübernahme der Nazis … .“ Das Buch klettert vermutlich wegen dieses auf zig Seiten ausgewalzten Szenarios 2033 mit einer AfD-Bundeskanzlerin Alice Weidel, einem Vize-Kanzler Jens Spahn (!) die Bestseller-Listen hoch.
Erkenntnisreicher (zugleich spannender) ist jedoch diese Spur, die der weithin anerkannte AfD-Kenner Justus Bender auslegt: Die AfD werde weithin als Partei behandelt. Sie sei eine, aber zugleich auch keine. Der Autor verortet sie „in einem Zwischenraum“. Für ihre Mitglieder sei sie nicht selten lediglich „ein Stammtisch“. Repräsentanten und Funktionären bewegten sich immer in Unschärfe, Zweideutigkeit, alle Inhalte flimmerten: extrem, aber immer nur „an der Grenze der Verfassungstreue“. Sie sei „eine unbestimmte Partei“. Bender: „Sie ist verfassungskonform und sie ist verfassungswidrig.“ In Zeiten der Opposition wird es ihr ja auch leicht gemacht, so durch den politischen Alltag zu navigieren; zudem abgesichert mit der Brandmauer der Mitte-Parteien. Schließlich zwingt erst Regieren zu Eindeutigkeiten.













