
Seit der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg steht die Fragilität globaler Lieferketten, die sich inzwischen über den gesamten Erdball ziehen, im Fokus der Diskussion. Man habe sich von ausländischen Zulieferern wie China oder Russland zu abhängig gemacht, heißt es. Deshalb werden Forderungen lauter, zumindest »sensible« Güter wie Medikamente, Chips und Batterien künftig wieder im Inland zu produzieren. In den USA und in vielen Ländern Europas wird deshalb in milliardenschwere Industrieförderprogramme investiert. Allerdings wird die Tendenz zur Globalisierung keineswegs grundsätzlich in Frage gestellt. Denn es geht bei der Überwindung räumlicher Grenzen durch das Kapital bekanntlich nicht nur um die Erschließung neuer Rohstoff- und Absatzmärkte, sondern immer auch um die Rekrutierung von billigen Arbeitskräften. Das trifft auch auf das Phänomen globalisierter Sorgeketten (»global care chains«) zu, die allerdings weit weniger im Blickpunkt öffentlicher Diskussionen stehen.
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