
Der Herr aus dem Siemens Zentralvorstand war für Compliance zuständig, ein in den Nullerjahren eingemeindetes Wort, das anzeigt, was damals vermehrt in den Schlagzeilen auftauchte. Herr Radomski stand der Anti-Korruptionsabteilung seines Hauses vor, und diese Sache machte dem Siemens Vorstand gerade schwer zu schaffen. Einer der ihren hatte den Chef einer Pseudogewerkschaft mit 30 Millionen Euro geschmiert, um gegen die IG Metall eine Art Bollwerk aufzubauen. Jürgen Radomski war zum Rücktritt gezwungen, weil seine Stabsstelle eine Art Krähennest war. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Es war die Staatsanwaltschaft, die seinem Schmiergeld transferierenden Vorstandskollegen auf die Spur kam. Dieser und der Fake-Gewerkschafter wurden zu Haftstrafen verurteilt. Leute wie den genannten Herrn hat man vor Augen, wenn man zu der in dem Buch „Die Politik der Rackets“ entfalteten Theorie passende Gesichter sucht.
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