
Wenn man Nachhaltigkeit politisch im Sinne der nachhaltigen Entwicklung und der „Transformation unserer Welt“ der UN-Agenda 2030 versteht, beschreibt „nachhaltig“ vor allem den Wandlungsprozess und den transformativen Weg zu dem mit den Nachhaltigkeitszielen beschriebenen stabilen und dauerhaften Zustand des Mensch-Planeten-Systems. Als Adjektiv zur Bezeichnung des Prozesses und des Weges zur Nachhaltigkeit, kann „nachhaltig“ dann auch auf einzelne Prozessschritte oder einzelne Wegstrecken angewendet werden. Allerdings nur dann, wenn die weiteren Schritte und Streckenabschnitte, die zum nachhaltigen Zustand führen, auch benannt werden können und benannt werden.
Ich meine daher, dass man im nachhaltigkeitspolitischen Kontext nur das als „nachhaltig“ bezeichnen sollte, was die Zielerreichung in absehbarer Zeit in sich trägt und was in einer „Roadmap“ zur Nachhaltigkeit verortet werden kann, welche die weiteren notwendigen Maßnahmen und Schritte umfasst und abbildet.
Sollte also in einer Roadmap zur Nachhaltigkeit plausibel dargestellt werden können, dass eine vorübergehende Nutzung von Erdgas, der Betrieb von Gaskraftwerken sowie weitere politische Entscheidungen, etwa zur Energiewende und zum sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft, zum Erreichen der Transformation beitragen, könnten diese – aber nur dann – als nachhaltig bezeichnet werden. Grundsätzlich verlangen die Transformation und die drängende nachhaltige Entwicklung zu den SDGs, das vorherrschende vermeintlich eindeutige und eher statische Nachhaltigkeitsverständnis zurücktreten zu lassen zugunsten eines dynamischen und prozessualen Verständnisses, das auch Ergebnis eines kommunikativen Austausches ist. Einfacher wird die Aufgabe dadurch freilich nicht – aber vielleicht letztlich effektiver.








