
Eine Grenze muss nicht nach der Art des römischen Limes, der Berliner Mauer oder offener Staatsgrenzen sichtbar markiert sein. Jenseits solcher Markierungen entfalten sich Zivilisationen, die Wert auf ihre Grenzen legen. Sie bilden Makroeinheiten der Menschheit, sie sind umfassender als ethnische Gruppen, Fürstentümer und Nationalstaaten. Und sie bilden eigene charakteristische Formen und Identitäten aus. Von Zivilisation lässt sich überhaupt nur im Plural sprechen. Zivilisationen haben Grenzen und definieren sich selbst geradezu in Abgrenzung von anderen, und insofern wäre eine grenzenlose Zivilisation ein Widerspruch in sich. Keine Zivilisation ist mit sich selbst allein, nicht einmal das hegemoniale euro-nordamerikanische Modell.
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