
(Foto: Marcello Casal Jr/ Agência Brasil, wikimedia commons)
Benutzen sprechende Menschen die Wir-Perspektive, kann dies suggestive Wirkungen haben. Die Adressat:innen fühlen sich angesprochen, beteiligt und aufgefordert, wenn es im Falle einer Krise um das Durchhalten geht („Wir sitzen alle in einem Boot“), oder bei einer Naturkatastrophe darauf ankommt, Geld zu spenden. Im Falle des Erfolgs, sind „wir“ Teil desselben („Wir sind Weltmeister“, „Wir sind Papst“). Die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft ist attraktiv und erzeugt sogar spontane, gegenseitige Hilfe, solange Wir erwarten können, dass die Hilfe die Hilfsbedürftigen erreicht.
Dieser Beitrag lädt die geneigten Leser:innen dazu ein, die Suggestion des Wir durch Differenzierung zu entkräften. Wir, diese temporäre Gemeinschaft, werden uns auf die Suche nach einem vereinnahmenden, abgrenzenden und handlungsfähigen Wir machen, werden Nah- und Fernhorizonte besichtigen, das Oberklassen-Wir kritisch unter die Lupe nehmen und die Problemlösungskomptenz des Generation-Wir in Frage stellen.












