
Appelle erreichen die Einverstandenen. Bei allen anderen, so wird jeder Psychologe bestätigen, helfen sie nicht. Der Appell spricht nur die an, die kommunikativ eh über die passend sensiblen Synapsen verfügen, denn er ähnelt nun mal der Predigt. Die Rhetorik der Predigt hat ihre Berechtigung vor gefestigten Gemeinden mit anschließender kollektiver Buße oder gerechtigkeits-erregter Steinigung eines Ungläubigen. Sozialgeschichtlich müsste die Predigt als Kommunikationsform erledigt sein. Sie ist den Verwicklungen heutigen sozialen Geschehens nicht gewachsen: Auch die Alarmglocken, die sie läuten lässt, und der Nachhaltigkeits-Weihrauch, den sie verstreut, retten die politische Predigt nicht. Zunächst ein historisches Ratespiel.
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