
(Foto: David Ausserhofer auf wikimedia commons)
„Indem die Regierung bislang primär der Logik der situativen Dringlichkeit gefolgt ist, sind die Fragen nachhaltiger Wichtigkeit unzureichend profiliert“, sagt der Politikwissenschaftler und ehemalige Staatssekretär Wolfgang Schroeder im Interview mit Wolfgang Storz zur Lage des Landes und zum Zustand der Ampelkoalition sowie der Opposition. Im Deutschland des Jahres 2023 existiere keine Kanzlerdemokratie, sondern eine Verhandlungsdemokratie, die eher symbolisch oder in verfassungspolitischen Extremsituationen das letzte Wort zulasse. „Die Union als stärkste Oppositionskraft bietet der Ampel durchaus rhetorisches Paroli und Merz scheint seine Fraktion zu führen. Aber man hat nicht den Eindruck, dass es sich dabei um eine Regierungspartei im Wartestand handelt“, analysiert Schroeder. „Da fehlen eigene Vorstellungen, wie die sozial-ökologische Transformation aufgestellt werden kann, wie die Zukunft Deutschlands angesichts von Digitalisierung, Dekarbonisierung und Demographischem Wandel aussehen könnte.“
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