
Wir Israelis dürfen der irreführenden Identitätspolitik, hinter der wir uns zu verstecken gewohnt sind, nicht erlauben, uns von innen zu zersetzen. Wir müssen uns freimachen von unserem Narzissmus der kleinen Differenzen. Das bedeutet auch, diejenigen nicht zu beschimpfen, die mit palästinensischen Fahnen demonstrieren. Nicht ein einziges der Gesetze, die von der israelischen Regierung derzeit in einem Staatsstreich durchgepeitscht werden, kommt sozial Schwachen oder Kranken zugute, geschweige denn den Unterdrückten, Ungebildeten oder Bedürftigen der Gesellschaft. Diese Art der Gesetzgebung – euphemistisch als „Justizreform“ propagiert – hat in der hebräischen Sprache dem Wort für „Reform“ bereits einen zynischen Klang verliehen; sie spottet seiner korrektiven, progressiven Konzeption, denn ihrem Wesen nach ist diese Gesetzgebung regressiv.
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