Eine Freundin von mir wollte zu Beginn des Kriegs Kyjiw verlassen und nach Italien fahren. Ein Kollege wollte sie im Auto mitnehmen. Aber dann sagte er ihr, es sei kein Platz für sie im Wagen, weil sie so viele Dinge für ihr kleines Kind mitnehmen müssten. Sie war sehr aufgebracht. Aber inzwischen ist sie froh, weiter hier zu sein, weil ihre Großmutter krank ist und sie ihre Mutter mit der Pflege nicht alleine lassen kann. Und sie lacht über diese Situation, weil solche Momente zeigen, wie andere Menschen sind.

Natalia lebt mit ihrer neunjährigen Tochter und ihrem Mann am Rande von Kiew/ Kyjiw. Beide arbeiten für die Regierung. Über ihren Kriegsalltag berichtet sie in Skype-Gesprächen mit Ludwig Greven.
Das erste Gespräch hat den Titel “Die Sirenen heulen meist nur nachts“, das zweite “Wir beten jetzt alle“, das dritte „Im Fernsehen laufen nur noch Nachrichten„.










